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Seit dem 1. Januar 2016 ist das Zweitwohnungsgesetz in Kraft

Grundsatz
Das Zweitwohnungsgesetz beschränkt die Bewilligung und den Bau von neuen Zweitwohnungen. Bei Zweitwohnungen handelt es sich typischerweise um Ferienwohnungen. Das Verbot gilt in denjenigen Gemeinden, die einen Anteil von mehr als 20% Zweitwohnungen aufweisen.

Die Beschränkung betrifft sowohl die Anzahl und die Grösse der Zweitwohnungen.

  • Der Zweitwohnungsanteil darf 20% des Gesamtbestands an Wohnungen pro Gemeinde nicht übersteigen;
  • Die Grösse der Zweitwohnungen darf maximal 20% der Bruttogeschossflächen sämtlicher Wohnungen pro Gemeinde betragen.

Um das Gesetz umsetzen zu können, sind die Gemeinden verpflichtet, jährlich ein Inventar zu erstellen, welches über die Gesamtzahl der Wohnungen und die Anzahl der Erstwohnungen Auskunft gibt und dieses dem Bundesamt für Raumentwicklung zur Verfügung zu stellen. Gestützt darauf bestimmt der Bund für jede Gemeinde den Zweitwohnungsanteil.

Die sog. Zweitwohnungsverordnung enthält eine Liste derjenigen Gemeinden, die einen vermuteten Zweitwohnungsanteil von über 20 Prozent aufweisen. Die Mehrheit dieser Wohnungen befindet sich in den Kantonen Bern, Graubünden, Tessin, Waadt und Wallis.

Ausnahmen
Das Gesetz enthält zahlreiche Ausnahmen, von denen die Untenstehenden aufgeführt werden:

Weiterhin möglich ist die Bewilligung und der Bau von folgenden Wohnungen:

  • Erstwohnungen, d.h. Wohnungen, die von Personen bewohnt werden, die ihren Erstwohnsitz in der betreffenden Gemeinde haben;
  • Wohnungen, die Erstwohnungen gleichgestellt sind (z.B. Wohnungen zu Ausbildungs- und Erwerbszwecken);
  • Wohnungen, die touristisch bewirtschaftet werden.

Sog. Altrechtliche Wohnungen dürfen auch in Gemeinden mit einem 20% übersteigenden Zweitwohnungsanteil ohne Bewilligung von Erst- in Zweitwohnungen umgenutzt werden. Altrechtliche Wohnungen sind Wohnungen, die bereits vor dem 12. März 2012 als solche bestanden haben.

Als weitere Ausnahme ist der Bau von Zweitwohnungen erlaubt, mit denen nicht rentable Hotel- und Beherbergungsbetriebe sowie Hotelneubauprojekte querfinanziert werden. In diesen Fällen dürfen die Zweitwohnungen an Dritte veräussert werden.

In geschützten oder das Ortsbild prägenden Bauten innerhalb der Bauzonen dürfen unbeschränkt neue (Zweit-)wohnungen eingebaut werden. Voraussetzung ist, dass die äussere Erscheinung und die Grundstruktur dieser Gebäude nicht wesentlich verändert werden.

Auswirkungen des Zweitwohnungsgesetzes auf den Immobilienmarkt

Es wird damit gerechnet, dass Wohnungen, die als Zweitwohnungen verkauft werden dürfen, mit einem Preisaufschlag gehandelt werden. Dies dürfte insbesondere hochpreisige Gemeinden betreffen.